Was bleibt, wenn Erinnerungen verschwinden?


Von:

Sabine Tucholke

Betreut durch:

JProf. Dr. Christoph Rodatz

Kooperation:

Nachbarschaftsheim Wuppertal e.V.

Eine Cultural Probes Spurensuche im Kontext Demenz

In Kooperation mit dem Nachbarschaftsheim Wuppertal e.V. nahmen ehren- und hauptamtlich Betreuende einer Demenzgruppe an einem Cultural-Probes-Projekt teil. Ziel war es, ihre Erfahrungen im Kontakt mit von Demenz betroffenen Menschen sichtbar zu machen.
Die Cultural Probes, eine explorative Designmethode, bestanden aus offenen, kreativen Aufgaben wie Tagebuch, Gefühlslisten, Postkarten, Audio- und Fotoaufgaben sowie Visionen für den Platz der Republik. Acht Teilnehmende bearbeiteten die Aufgaben selbstständig über zwei Monate. So entstanden persönliche Spuren, die Einblicke in Haltung, Unsicherheiten, Nähe, Konflikte und alltägliche Zwischenmomente gaben.
In der Auswertung verdichteten sich vier zentrale Erkenntnisse: Beziehungsarbeit als Fundament der Demenzarbeit, Emotionen als Orientierung trotz kognitiver Veränderungen, die begrenzte Sichtbarkeit von Demenz im Äußeren sowie die Ambivalenz zwischen Belastung und Sinnhaftigkeit. Über alle Aufgaben hinweg zeigten sich zudem wiederkehrende Elemente wie Kreativität, Selbstwirksamkeit, Rituale, Genuss sowie Gemeinschaft und Teilhabe. Sie prägten Begegnung und machten Alltag gemeinsam gestaltbar.
Was bleibt also, wenn Erinnerungen verschwinden? Mehr, als wir gesellschaftlich oft annehmen. Das Projekt versteht sich als Ausgangspunkt für eine sensiblere, menschennahe Auseinandersetzung mit Demenz im Alltag und in der Öffentlichkeit.

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